Was sein muß, muß sein oder: ›A free man in a free country never must what he must. Just‹
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Zufällige Sammlung eventuell etwas ausführlicher. Fremde Texte gekennzeichnet [Zitat, Quelle]:

I [Zitat, Quelle]
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh ich ans Firmament
Nach jener Seite.
Ach! die mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide.

Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen,
Denn mein Geheimnis ist mir Pflicht;
Ich möchte dir mein ganzes Innres zeigen,
Allein das Schicksal will es nicht.

Ein jeder sucht im Arm der Freundin Ruh,
Dort kann die Brust in Klagen sich ergießen;
Allein ein Schwur drückt mir die Lippen zu,
Und nur ein Gott vermag sie aufzuschließen.

Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.

Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr laßt den Armen schuldig werden,
Dann überlaßt ihr ihn der Pein:
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche ringsumher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuren Weite
Reget keine Welle sich.

[Sehr guter Vortrag/Hörbuch] Lutz Görner
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II
Kurz: ich bin ein (Massen)Mensch, oder Individuum meiner Gattung, eben das Besondere im Allgemeinen, ein Konkretes im Abstrakten, wirklicher Mensch, nicht eingebildeter jenseits der Wirklichkeit, kein phantastisches Nichts in seiner Einbildung.

Na sowas.
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III
Ein Tisch ist ein Tisch, obwohl jeder wirkliche Tisch ein anderer ist, aber niemals eine Banane.
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IV
Kannst du mir sagen, was ein Terrorist ist?
Gibt es Terroristen schon immer, von alters her?

Nenne, falls so, bitte einen Sumerer, einen Griechen der klassischen Zeit, einen Römer,
einen Deutschen, aber nicht aus der tausendjährigen Epoche, und
einen US-Amerikaner der Gegenwart.
Nenne aber nur solche, die schon zu ihrer Zeit, zu Lebzeiten so angesehen waren.

Das wäre sehr freundlich.

[Evtl. als Hilfe, Beispiele für eine zeitgleiche Auffassung. Die Inschrift auf dem weltberühmtesten Kreuz:
INRI, Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum; coercitio, ›Räuber‹, ›Sozialbandit‹.
Ein anderer in Erwägung zu ziehender Name: Spartacus, 6000 weniger berühmte Kreuze entlang der Via Appia, dazu Cicero, nicht Lessing.]
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V
Ich sehe.

Zudem, neben meinem Autismus, ich und ich selbst und nur ich bin wirklich ich, beschäftigt mich schon das ›andere‹, glgtl. etwas heftiger. Was wäre ICH, würde ich mich bloß setzen, mich mir selbst entgegensetzen, um mich schließlich wieder mit mir selbst in eins zu setzen?

Landläufig etwas irre, philosophisch Bewegung der reinen Vernunft. Evtl. kein so großer Unterschied.
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VI
Wie man will.

Es spielt keine Rolle beim Folgen. Bestimmungslos ist das Bild ›in Grenzen‹ egal. Zwischen dem ›ewigen Juden‹ und dem Ladensohn spielt coniglio den lapin mit Angelika. Daher wohl Davis' Tasse.
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VII
So wie sie nicht mehr lesen und schreiben können und ihre Sprache dem Ausdruck einfacher Laute sich nähert, zum diffusen Geräusch herabsinkt, so sehen sie nicht mehr aus und ein.
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VIII [Zitat, Quelle]
Wie Pflanzen, Tiere, Steine, Luft, Licht etc. theoretisch einen Teil des menschlichen Bewußtseins, teils als Gegenstände der Naturwissenschaft, teils als Gegenstände der Kunst bilden – seine geistige unorganische Nahrung, geistige Lebensmittel, die er erst zubereiten muß zum Genuß und zur Verdauung –, so bilden sie auch praktisch einen Teil des menschlichen Lebens und der menschlichen Tätigkeit. […] Die Natur ist der unorganische Leib des Menschen, nämlich die Natur, soweit sie nicht selbst menschlicher Körper ist.

Es gibt ein Sein ohne Bewußtsein, aber kein Bewußsein ohne Sein.
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IX
Evtl. sollte man ›Soziale Physik‹ an Stelle der Soziologie als Lehrstuhl einführen.
Man beachte dann auch den engeren Bezug von Stuhl zum Lehrinhalt.
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X [Zitat, Quelle]
Wahr aber bleibt [auch bei der Agenda 2010 oder xyz], daß die größten Ungerechtigkeiten von denen ausgehen, die das Übermaß verfolgen, nicht von denen, welche die Not [bspw. die Sozialhilfe] treibt. Man wird nicht zum Tyrann [Spekulant], um nicht zu frieren.
Bild
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XI [Zitat, Quelle]
[…] nicht boßl darin, daß sie den Reichen zuviel einräumen, sondern auch darin, daß sie das Volk auf die Seite schieben. Mit der Zeit muß einmal aus den falschen Gütern ein wahres Übel hervorgehen, und die Selbstsucht der Reichen ist […] verderblicher als die des Volkes.

Erläuterung. […] das [Volk auf die Seite] […] Teile erst mästen mit Teilen […] divide et impera: Lohnarbeiter {proles}: Arbeitslohn: [Arbeits]Rent[e]ner Kranke[ngeld] Arbeitslose[ngeld] Arbeitslose[nhilfe] [Sozialhilfe] […] dann schlachten was sein muß […] was in der Welt nicht mehr zu holen ist zu Hause besorgen […] vorbei der Müßiggang, die Zeitverschwendung the time of waste and fun has gone …

[…] Selbstsucht der Reichen gilt ihrer Herrschaft. Reichtum ist Quantum et Quotum: Bestimmung divide et impera: belohne die Mitläufer daheim und die Helfer woanders weniger Weniger ist mehr. Was ist mehr? Zehn von Hundert sind ein Zehntel. Zwanzig sind das Doppelte von Zehn. Zwanzig von Tausend sind ein Fünfzigstel, ein Fünzigstel ist das Doppelte von einem Zwanzigstel. Darauf kann nicht immer Rücksicht genommen werden […] vorbei der Müßiggang, die Zeitverschwendung the time of waste and fun has gone …

Anmerkung. Das ist doch keine Erläuterung. Das nötigt zum Denken mehr noch als ohne, nach sowieso. Für's Volk, nicht für's Volk oder für was für ein Volk? Antworten sind das. Da sind Fragen gefragt.
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XII [Zitat, Quelle]
Beispielsweise. Man bleibt roherweise beim Groben des [eines] Vergleiches stehen. Wenn man sich nun bloß an dieses Beispiel hält […] die äußerlichen Dinge [des Vergleichs] machen nur einen Eindruck, wie [beispielsweise] die Materie des Siegelrings auf die Materie des Wachses wirkt [oder ein Waffeleisen auf den Teig]. […] so versteht dies jeder und nimmt den Inhalt der Vergleichung [des Vergleichs] in ihrem vollen Umfang […] Der Hauptumstand, der den Unterschied ausmacht […], der wird übersehen.

[Jeder halbwegs erfolgreiche Provinzpolitiker muß – ob er es reflektiert oder nicht – diesen Trick beherrschen. Auch zählt er zur rhetorischen Grundausstattung von TV-Moderatoren, Nachrichtenredakteuren, Zeitungskommentatoren, Chef-Volkswirten und allerlei anderen Scharlatanen, die unsereinem ständig ein X für ein X vormachen, das wir für ein U halten sollen. Aus naheliegenden Beweggründen. Ubi bene.]

In jenem Bilde [Siegelring, Waffeleisen] fehlt dies, woran nicht gedacht wird [oder gedacht werden soll], daß nämlich das Wachs [oder der Teig] die Form in der Tat nicht aufnimmt; dieser [der] Eindruck [des Siegelringes in das Wachs] bleibt eine äußerliche Figur, Gestaltung an ihm [dem Wachs], aber [wird] keine Form seines [des Wachses] Wesens. Würde diese Form die Form seines Wesens, so hörte es auf, Wachs zu sein.

[Das Wachs wäre zum Siegelring geworden]. [II, 208] […] Oder was wir an der Waffel haben. Wer hätte das gedacht.
XII ist wie generell auch für alle auf dieser Seite angeführten Zitate, Gedanken, Bilder et cetera pp. anzuwenden/anwendbar/in Erinnerung zu behalten.
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XIII [Zitat, Quelle]
Ignorantia non est argumentum
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XIV
Nun geschah es.

Seine während dreißig Jahren im Umgang mit seinesgleichen in einer merkwürdigen, aber zeitgemäßen gegenseitigen Fremdheit errungene und für seine Alltagsgeschäfte unbedingt erforderliche Haltung, die er sich in andauernden Wiederholungen beiläufig und ziellos bis zu einer Vollendung herbeigequält hatte, bei der sogar die Stumpfheit, welche die zufällige und unverbindliche Geselligkeit des Vereinzelten begleitet, auf angenehm unauffällige Weise als Ruhe, Zufriedenheit, Sicherheit dasteht und frei von dem Verdacht schwankender Willkür das Flair einer selbstgewissen Persönlichkeit annimmt, bekam durch nichts – wie ein Ertrinkender, dem keiner hilft, vielleicht um das seltene Schauspiel nicht zu unterbrechen, und der, solange ihm seine Lage solche Betrachtungen noch erlaubt, zunächst nicht entscheiden kann, ob nicht doch einer der umstehenden Gaffer seine Trägheit überwindet und ihn rettet: wobei die Umstände der menschlichen Beziehungen zu diesem Ereignis, die unentscheidbare Vieldeutigkeit dieses ›zunächst‹ sein ganzes Leben, den Tod eingeschlosssen, in etwas Vorläufiges verwandeln – eben diese Vorläufigkeit, die deshalb so niederschmetternd wirkt, weil sie sich als endgültig ausgibt.

Nichts.

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